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Kamera Express
Mit der HDR-Fotografie kanst du den Dynamikbereich deiner Fotos vergrößern – HDR steht auch für High Dynamic Range. Hierdurch sorgst du dafür, dass jede Komponente deiner Fotos schön belichtet ist und die Wiedergabe der Wirklichkeit sehr nah kommt.
Ein großer Dynamikbereich bedeutet einfach gesagt, dass mehr Nuancen zwischen Schwarz und Weiß bestehen. Das kommt vor allem bei Situationen zum Einsatz, bei denen der Unterschied zwischen Dunkel und Hell groß ist. Eine Kamera verfügt über einen eingeschränkten Dynamikbereich, vor allem, wenn du diesen mit dem menschlichen Auge vergleichst. Du hast vielleicht bereits gemerkt, dass, wenn du mit grellem Sonnenlicht fotografierst, alle Schatten erfasst, während du diese mit deinen eigenen Augen nicht siehst. Das kommt davon, dass der Dynamikbereich von dem Sensor der Kamera abhängt. Ein Vollformatsensor weist dabei eine bessere Leistung auf, als ein Formatsensor.
Mit einem HDR-Foto gehen wir einen Schritt weiter, als, was mit einem normalen Foto möglich ist. Zu diesem Zweck machst du nämlich mehrere Fotos, die im Bezug auf das Bild gleich sind, sich jedoch in der Belichtung unterscheiden. Bei dem Foto mit der längsten Belichtung wirst du sehen, dass die Schatten gut belichtet, aber die Lichter überbelichtet sind und keine Details mehr enthalten. Auf der anderen Seite hast du auf dem Foto mit der kürzesten Belichtung gerade in den helleren Teilen des Fotos noch viele Details. Hierbei fällt auf, dass gerade die Schattenpartien im Foto zu dunkel sind.

Belichtung: 1/15 Sekunde

Die gemachten Fotos werden für ein HDR-Foto zu einem Foto zusammengefügt, wobei von jedem Foto der korrekt belichtete Teil verwendet wird. Alle unter- und überbelichteten Teile werden hierbei daher nicht verwendet. Je mehr Fotos und daher mehr Schritte zwischen dem am kürzesten und am längsten belichtesten Foto liegen, desto erfolgreicher ist das Ergebnis. Mache mindestens drei Fotos, aber lieber fünf oder sieben.

Viele Kameras verfügen gegenwärtig über die Funktion Automatic Exposure Bracketing (AEB), womit dir viel Arbeit abgenommen wird. Du entscheidest dich hierbei nämlich für drei Belichtigungen, die im Anschluss direkt nacheinander geschossen werden mit dem Klicken auf den Verschlussknopf. Auf deiner Kamera stellst du ein, wie groß der Unterschied zwischen den Belichtungen sein muss. So hast du ein neutral belichtetes Foto und zwei Fotos, von denen eins unterbelichtet und eins überbelichtet ist. Du entscheidest dich beispielsweise für einen Unterschied von einer Blendenöffnung zwischen den Fotos. Erfordert die Situation dies, dann kannst du diese natürlich auch anpassen, beispielsweise durch die Entscheidung für zwei Blendenöffnungen zwischen deiner Fotos.

1. Fotografieren mit einem Stativ
| Tipp | Erklärung |
|---|---|
| 1. Stativ nutzen | Da jedes Bild exakt gleich sein muss, empfiehlt sich ein Stativ. So bewegt sich deine Kamera nicht zwischen den Aufnahmen. |
| 2. ISO so niedrig wie möglich halten | Da du mit Stativ arbeitest, hältst du den ISO niedrig. Das verhindert unnötiges Rauschen und liefert bestmögliche Bildqualität. |
| 3. Autofokus ausschalten | Damit jedes Foto exakt gleich fokussiert ist, empfehlen wir, den Autofokus auszuschalten, damit die Kamera zwischen Aufnahmen nicht neu fokussiert. Nutze Autofokus natürlich vor dem ersten Foto, um den gewünschten Fokuspunkt zu finden. Bist du zufrieden, schalte ihn aus. |
| 4. Nur die Verschlusszeit anpassen | Mach jedes Foto mit anderer Verschlusszeit, während alle anderen Einstellungen gleich bleiben. Änderst du die Belichtung über eine andere Blende, hat jedes Foto eine andere Schärfentiefe, was unerwünscht ist. Erhöhe oder verringere die Verschlusszeit pro Aufnahme um eine Blendenstufe, um sie zu verdoppeln oder zu halbieren. |
| 5. Bewegung im Bild vermeiden | Da alle Fotos perfekt zueinander passen müssen, eignet sich HDR weniger für Orte mit viel Bewegung. Denk an eine belebte Kreuzung oder einen Wald mit stark im Wind bewegten Bäumen. Mehrere zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemachte Aufnahmen passen möglicherweise nicht richtig zusammen, da sich die Szene ständig ändert. |
| 6. Besonders auf Schatten und Lichter achten | Für ein erfolgreiches Ergebnis ist es wichtig, den gesamten Dynamikbereich mit deinen Mehrfachbelichtungen abzudecken. Achte genau auf Schatten und Lichter und stell sicher, dass sie in deinen verschiedenen Fotos richtig belichtet sind. Sind alle Bildinformationen erfasst, garantiert das ein viel besseres Endergebnis. |
| 7. Fernauslöser nutzen | Bei langen Verschlusszeiten nutzt du am besten einen Fernauslöser. Das verhindert Vibrationen durch manuelles Drücken des Auslösers. |
| 8. In RAW fotografieren | RAW-Aufnahmen geben dir viel mehr Flexibilität bei der Nachbearbeitung. Du korrigierst z. B. den Weißabgleich nachträglich einfach. |
2. Halte deinen ISO-Wert so niedrig wie möglich